Filialschließungen und Abbau von Bankautomaten der Sparkasse Meißen

Fraktion SPD/Grüne/Piraten sieht die jüngsten Filialschließungen und den Abbau von Bankautomaten der Sparkasse Meißen kritisch.

Die Sparkasse Meißen will bis zum Jahresende drei Geschäftsstellen, drei Selbstbedienungs-Stellen schließen und fünf Geschäfts- in Selbstbedienungs-Stellen umwandeln. „Diese Pläne bedeuten eine erhebliche Einschränkung der Präsenz der Sparkasse im ländlichen Raum; der Protest gegen diese Pläne in den betroffenen Gemeinden und Ortsteilen war und ist entsprechend heftig“, stellt Thomas Gey, Vorsitzender der Fraktion SPD/Grüne/Piraten ernüchtert fest. Begründet wird diese einschneidende Sparmaßnahme mit der Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank, die zur Folge habe, dass im Kreditgeschäft die Gewinne stark gesunken seien.

Auch wenn man die drastische Einschränkung des Serviceangebots betriebswirtschaftlich begründen könne, müsse die Sparkasse Meißen immer im Auge haben, dass sie keine Bank wie jede andere ist. So bestimmt das Sächsische Gesetz über das Kreditwesen: „Die Sparkassen sind selbständige Wirtschaftsunternehmen mit der Aufgabe, in ihrem Geschäftsgebiet flächendeckend die Versorgung mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen sicherzustellen. Sie stärken den Wettbewerb im Kreditgewerbe. Sie erbringen Leistungen für die Bevölkerung, die Wirtschaft, insbesondere den Mittelstand, und die öffentliche Hand unter Berücksichtigung der Markterfordernisse. Sie fördern das Sparen und die allgemeine Vermögensbildung.“

Überraschung haben die Schließungsbeschlüsse im Verwaltungsrat vom 22. Juni 2016 vor allem auch deshalb ausgelöst, weil noch im April das abgeschlossene Geschäftsjahr 2015 als überaus erfolgreich gepriesen wurde. Bedauerlich ist die Tatsache, dass das Konzept der Sparkasse ohne jede öffentliche Diskussion in einer Sitzung des Verwaltungsrates vom Vorstand eingebracht und wohl noch in derselben Sitzung beschlossen wurde. Die Fraktion SPD/Grüne/Piraten ist im Verwaltungsrat nicht vertreten und konnte so auch keinen Einfluss auf die Entscheidung nehmen.

„Kritikwürdig an den Plänen der Sparkasse ist aus unserer Sicht auch, dass die Ausgleichsmaßnahmen, wie Bargeldversand durch die Post, Einrichtung von sog. Bargeld-Agenturen, mobile Beratung etc. teilweise erst nach Bekanntgabe der Schließungsbeschlüsse geprüft werden. Hier erwarten wir mehr Phantasie von der Sparkasse. Kooperationen mit anderen Banken, z.B. Raiffeisen- und Volksbanken,

mobile Geschäftsstellen und Selbstbedienungsterminals sollten auch in die Überlegungen einbezogen werden“, fordert Gey.

Insgesamt beschleunigen die Pläne der Sparkasse die Abwärtsentwicklung im ländlichen Raum unseres Landkreises, die ungesteuert voran schreitet. Auch der Landkreis selbst trägt mit Entscheidungen, wie jüngst die Schließung der Kfz-Zulassungsstelle in Großenhain, zu dieser Entwicklung tatkräftig bei.

Thomas Gey

Fraktionsvorsitzender